Integrationskurse
Seit September 2005 führt die Wattenscheider Tafel e. V. mit wachsendem Erfolg Integrationskurse durch. Diese sind bekanntlich seit dem In-Kraft-Treten des Zuwanderungsgesetzes vom 01.01.2005 für neu zugewanderte Ausländer Pflicht: Sie erlernen in 600 Unterrichtsstunden die deutsche Sprache, um sich in Alltagssituationen zurechtfinden zu können. Am Ende dieses Kurses können Teilnehmer/innen sich einem Abschlusstest, dem „Deutschtest für Zuwanderer“ , unterziehen. Daran schließt sich ein Orientierungskurs von derzeitig 45 Unterrichtsstunden an, der den Teilnehmer/innen außerdem einen Einblick in die Geschichte, Politik und Kultur Deutschlands verschafft. Ausländer oder mittlerweile Eingebürgerte mit soliden Deutschkenntnissen betonen allerdings stets die Wichtigkeit ihrer Arbeitsstelle fürs Lernen: „Das konnte ich vorher auch nicht. Das habe ich eigentlich alles erst bei der Arbeit gelernt.“
Learning by doing: Das im Unterricht Erlernte festigt sich und gewinnt eine gewisse Routine bei der Arbeit. Einerseits dient die Sprache dazu, das Tun zu begleiten und gleichzeitig veranschaulicht das Tun die abstrakten sprachlichen Gebilde. Bei dieser Erkenntnis setzt das besondere Profil der Integrationskurse bei der Wattenscheider Tafel an: Aus dem Schulraum heraus in den großen, vielfältigen Arbeitsbereich hinein ist es buchstäblich nur ein Schritt durch die Tür nach nebenan und schon sind wir mitten im Leben! Tagtäglich erleben die Teilnehmer/innen das Kommen und Gehen in Form von Warenannahme und –ausgabe. Die Arbeit geschieht für sie zwar im Hintergrund, ist aber ständig präsent und bewusst, der Übergang vom Schul- in den Arbeitsraum daher auch nur ein logischer Schritt.
Teilnehmer/innen werden zwar nicht zu einem Praktikum verpflichtet, trotzdem können und werden wir als Kursträger diese Möglichkeit in Betracht ziehen und in Einzelfällen sogar dringend dazu raten. In der Vergangenheit hat es hierfür schon überaus positiv verlaufene Beispiele gegeben. Eine Kursunterbrechung zugunsten eines Praktikums ist allerdings erst nach 300 Unterrichtsstunden möglich. Teilnehmer/innen, die auf Grund eines Kursträgerwechsels zu uns kommen, können die Wartezeit bis zum nächsten oder zu ihnen passenden Modulbeginn durch praktische Arbeit bei uns überbrücken. Selbstverständlich können ihnen die absolvierten Praktikumszeiten bescheinigt werden.
Für uns ist Integration eben nicht nur in 630 Stunden Unterricht beendet, sondern fängt dort quasi erst an!
Unser Angebot gilt auch für Teilnehmer/innen anderer Kursträger
Im Zusammenhang mit den Verbundprojekten des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge bieten wir den Teilnehmern auch anderer Träger an, zu uns zu kommen und hier ein Sprachpraktikum abzuleisten. Sie werden bei uns genauso betreut und mit offenen Armen empfangen wie die Teilnehmer/innen, die aus unserer Sprachschule kommen. Alle bekommen die gleiche Chance und können das Beste daraus machen.
Monatlich können wir ca. zehn Praktikanten/innen von außerhalb aufnehmen. Bei der Arbeit werden die Praktikanten/innen von ehrenamtlichen Pädagogen begleitet, um auf Fragen sofort zu reagieren.
Die Einsatzbereiche sind:
- Brot und Backwaren (2)
- Wareneingang; Lebensmittel sortieren, zubereiten, verpacken (3-4)
- Kleiderkammer (1-2)
- Schneiderei (2-3)
- PC-Raum (1-2)
- Elektro-Werkstatt (1-2)
- Gärtnerei (1)
- Bücherei (1)
Zurzeit haben wir montags bis freitags im Vormittagsbereich zwei allgemeine Integrationskurse und einen Alphabetisierungskurs. Am Nachmittag, montags bis mittwochs 12:30-15:45 Uhr, donnerstags und freitags von 12:30 bis 15:00 Uhr einen allgemeinen Integrationskurs.